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Hapkido Geschichte

Die Anfänge bis 1910

Die koreanischen Kampfkünste kann man bis zum Ko Cho Sun (altes koreanisches Königshaus, 2333 v. Chr. bis zum 1. Jh. v. Chr.) zurückverfolgen. Die Menschen dieser Periode wanderten allmählich aus der kalten Mandschurei auf die koreanische Halbinsel, auf der Suche nach einem besseren Klima, fruchtbarem Boden für die Landwirtschaft, Flüssen und Küsten zum Fischen und Waldgebiete zum Jagen. Während dieser Zeit waren die stammesbezogenen Gesellschaftssysteme schon sehr gut entwickelt, und junge Krieger beschäftigten sich mit dem Training der Kampfkünste, um die Stämme zu beschützen.

Der Kampf der leeren Hand umfaßte das Training in Daligi (Laufen), Dunjiki (Werfen), Jileuki (Fausttechniken), Balchaki (Fußtritte) und Sooyoung (Schwimmen). Waffentechniken umfaßten Übungen im Dolkal (Steinmesser), Dolchang (Steinspeer), Doldunjiki (Steinwurf), Moraisol (Sandstreu-Techniken) und Mikbingsool (Holzstocktechniken).

Die Erfindung des Whal (Bogenschießen) und das Reiten veränderte den Lebensstil dieser frühen Stämme enorm. Sie wurden dadurch nicht nur dazu angetrieben, weite Strecken für die Jagd zurückzulegen, sondern sie waren auch für regen Kontakt zu benachbarten Stämmen verantwortlich und überzeugten diese schließlich, Gemeinschaften zu bilden.

Die Krieger fanden es notwendig die Kampfkünste systematischer und kooperativer zu gestalten. Zusätzlich zum Bogenschießen, zu Schwert-, Stock- und Speertechniken, begannen sie allmählich das Pferd am Schlachtfeld einzusetzen. Die Entwicklung von kämpferischen Fähigkeiten auf dem Pferderücken waren das Zeichen für einen erstklassigen Krieger. Krieger ohne Pferd, das Fußvolk, pflegten den waffenlosen Kampf und Waffentechniken, wobei allerdings jeder Krieger seine Waffen im eigenen Haus aufbewahrte. Während dieser Stammesperiode waren Maikkung (Bogen und Pfeil wurden in Koguryo gefertigt) und Dankung (Bogen und Pfeil wurden in Okjo gefertigt) in China gut bekannt, aufgrund der Nähe zur Kolonie Naklang, die nahe der chinesisch-koreanischen Grenze lag. Die Länge des Pfeils betrug vier Chok und die Spitze bestand aus einem blauen Stein. Der Pfeil war mit Gift präpariert, und das Hauptziel war das Auge des Feindes.

Die ständige Gefahr der Invasion von benachbarten Stämmen trieb die jungen Krieger dazu, das Training der Kampfkünste als unbedingte Notwendigkeit zum Überleben ihres Stammes und als einen Teil ihres täglichen Lebens zu akzeptieren. Der Sieger im Kampf wurde der Herrscher, der Verlierer der Sklave. In Anbetracht der Stammesstruktur war der Herrschende immer der beste Kriegsherr. Zu dieser Zeit wurde der Rang des Herrschers (Königs) nicht geerbt, sondern an den stärksten Krieger im Stammesverband weitergegeben. Laut Samkukyusa (eines der maßgebenden Bücher über alte koreanische Geschichte) war Dong Myung, der Gründer des Königreiches Koguryo (37 v. Chr. - 668 n. Chr.), ein Experte im Bogenschießen. Seit seinem siebenten Lebensjahr hatte er selbst Bögen und Pfeile hergestellt und unermüdlich geübt. Innerhalb seiner Stämme, dem Booyu-Verband, wurde dem besten Bogenschützen der Titel Ju Mong gegeben. König Dong Myung wurde dieser Titel in seinem früheren Jahren verliehen. Als junger Krieger war sein Freund, der Sohn des Kim Chung, König der Booyu-Konföderation. Dieser König hatte sieben Söhne. Der erste sagte zu seinem Vater: "Ju Mong ist nicht nur ein gewöhnlicher Krieger mit Fähigkeiten im traditionellen Bogenschießen, sondern er ist auch tapfer und intelligent. Wenn wir ihn jetzt nicht täten, werden wir in naher Zukunft große Probleme bekommen." Auch andere Berater von Prinzen und Königen stimmten Prinz Daiso zu.

Ju Mong bemerkte die Verschwörung ihn zu töten und floh mit seinen Anhängern aus Booyu nach Jolbonju. Dort wurde Ju Mong zum König gewählt. Sein Königreich war unter dem Namen Koguryo bekannt und existierte zwischen 37 v. Chr. bis 668 n. Chr. Ju Mongs Sohn trat in die Fußstapfen seines Vaters, zog weiter nach Zentralkorea und gründete dort 17 v. Chr. das Königreich Paikche (17 v. Chr. - 663 n. Chr.) mit sich selbst als König On-jo. Im Südosten Koreas existierte schon ein Stammesbund, Silla (57 v.Chr. - 935 n. Chr.), der Park Hyuk-Kuse 57 v. Chr. als seinen ersten König wählte. Diese drei Königreiche waren ständig in Kriege verwickelt, um Korea unter ihrem Einfluß zu einen. Diese Periode kann als Goldenes Zeitalter der koreanischen Kampfkünste angesehen werden.

Kampfkünste in dieser Zeit waren in zweierlei Hinsicht wichtig. Der erste Grund ist, daß die Herrscher jeden Königreiches fest daran glaubten, der einzige Weg, Korea zu einigen, wäre durch Gewalt, wäre die vollkommene Zerstörung des Feindes im Krieg. Deshalb hatten nicht nur die Krieger der höheren Klassen, sondern auch alle jungen Menschen des Reiches die Verpflichtung, die Kampfkünste zu trainieren und sich selbst darauf vorzubereiten, ihr Königreich zu schützen.

Der zweite Grund, die Kampfkünste zu trainieren, bezog sich auf die Auswahl der hochrangigen Regierungsbeamten. Die höheren Positionen wurden aufgrund der Erfahrenheit in den Kampfkünsten vergeben. Obwohl mit der Zeit der Königstitel in den drei Königreichen erblich war, wurden die anderen Positionen auf die hochrangigen Krieger verteilt. Der König war Oberbefehlshaber der Armee, während andere Krieger hohe militärische als auch politische Ränge bekleiden konnten. Der Statthalter der Provinz leitete diese nicht nur politisch und juristisch, sondern verteidigte diese Provinz auch, und er hatte die Verpflichtung, den jungen Kriegern die Kampfkünste zu lehren.

In Koguryo wurde das Pyung-dang (Unterrichtinstitut) errichtet, um erfahrene Krieger heranzubilden. Ausgewählte überragende und ledige junge Männer wurden in den Kampfkünsten, wie auch in klassischer Literatur unterrichtet.

Die jungen Leute waren verpflichtet folgende Künste zu trainieren und zu studieren:
  1. Kung Sa (Bogenschießen)
  2. Kum Sool Bub (Schwertkunst)
  3. Ki Sa Bub (Reitkunst)
  4. Dan Kum Sool (Werfen kurzer Messer)
  5. Ji Leu Ki Bub (Faust- und Schlagtechniken, Fußtritte)
  6. Soo Young Bub (Schwimmen und Kampf im Wasser)
  7. Poong You Bub (Musizieren, Trommel und Gong eingeschlossen)
  8. Soo Ryub (Jagen und Fischen)
  9. Jung Chi Wa Ko Jun (Politik und klassische Literatur)
  10. Diejenigen, die alle erforderlichen Tests bestanden hatten, wurden als Gewinner ausgewählt und Sun Bi (intelligente und tapfere Krieger) genannt. Diese Sun Bi konnten sich des höchsten Prestiges in allen sozialen Klassen erfreuen. Um ihre Taille trugen sie fünf Dan Kum (kurze Messer) und einen kleinen Stein, um die Messer zu schärfen. Während dieser Zeit veranstalteten sie viele Wettkämpfe der Kampfkünste, die den waffenlosen Kampf, den Kampf mit Steinen, die Jagd und das Bogenschießen umfaßten. Der Sieger fand weithin Anerkennung und erhielt verschiedene Auszeichnungen.

    In Silla war die herausragendste Gruppe von Kampfkünstlern die Hwarangdo (Jünger mit den leuchtenden Füßen). Die Führer dieser Gruppen waren die schönen und intelligenten Söhne nobler Krieger. Der leitende junge Krieger wurde Hwarang und seine Anhänger Nangdo genannt. Deshalb bedeutet Hwarangdo "junger Krieger und seine Anhänger". Diese Gruppen reisten zu den wilden Berggebieten, den Flüssen und zum Meer, um die Kampfkünste zu trainieren und so einen gesunden Körper und Geist zu schaffen. Das Training umfaßte sowohl das Studium der klassischen Literatur als auch Musik und Tanz. Durch diese Art des Trainings bildete Silla starke, junge Krieger heran, die notwendigerweise das Rückgrat Sillas werden würden. Die Geschichte zeigt die Hwarangdo-Krieger als eine große Kraft in der möglichen Vereinigung Koreas.

    Hwarangdo waren verpflichtet, folgende Gebiete der Kampfkünste zu trainieren:

    1. Kung Sa (Bogenschießen)
    2. Too Ho (Wurftechniken)
    3. Chil Kuk (Tritte)
    4. Kak Choo (Werfen von Gegenständen)
    5. Soo Bak (Faust- und Schlagtechniken)
    6. Ki Sa (Bogenschießen vom Pferderücken)
    7. Taik Kyun (Fußtritte)
    8. Soo Ryup (Jagen und Fischen)
    9. Cho Chum (Boxen)
    10. Kum Sool Bub (Schwertkunst)

    Bi Kak Sool ist ein anderer Name für Taik Kyun (Fußtechniken), das eine sehr populäre Kampfkunst in der Silla-Periode darstellte. Laut dem Geschichtsbuch Che Wang Un Ki betont diese Kunst Fußtritte und wurde in drei Grade eingeteilt. Der durchschnittliche Schüler trat zum Schienbein des Gegners, der fortgeschrittene Schüler zu den Schultern und der Experte zum Sang Too (zusammengebundenes Haar oben am Kopf) des Gegners.

    Es gibt noch einen interessanten historischen Bericht über den waffenlosen Kampf. Gemäß dem Absatz über General Kim Yu-Shin im Samkuksaki-Geschichtsbuch waren 647 n. Chr. General Jung Ryangs Truppen im Schloß von Myung Whal stationiert, während die Truppen von Königin Jin-Duk das Schloß Wal Sung besetzt hatten. Beide Armeen waren zehn Tage lang in diesen Kampf der leeren Hand verwickelt, aber es gab keinen Sieger. In der Nacht zum elften Tag fiel eine Sternschnuppe in Richtung des Schlosses Wal Sung, wo das Heer von Königin Jin-Duk lagerte. General Kim Yu-Shin deutete dies als schlechtes Omen und beauftragte seine Männer, menschenähnliche Puppen herzustellen und diese anzuzünden. Die Flammen dieser menschlichen Figuren erhellten den Nachthimmel und stellten sich gegen das Unglück, das durch die Sternschnuppe heraufbeschworen worden war.

    Paikche, eines der drei Königreiche, wurde 17 v. Chr. von On-Jo gegründet. Die Kampfkünste wurden von Generation zu Generation weitergegeben, und 320 n. Chr. ließ König Bi-Ryu auf der Westseite der Hauptstadt ein Trainingszentrum der Kampfkünste errichten. Der König befahl seinen Kriegern, jeweils am ersten und fünfzehnten jeden Monats das Bogenschießen zu üben. Wettkämpfe wurden einmal im Monat bei Vollmond abgehalten.

    Das Training beinhaltete folgende Künste, war aber nicht nur auf diese eingeschränkt:

    1. Ki Sa (Reitkunst)
    2. Mok Bong (Stockkampf)
    3. Kum Sool Bub (Schwertkampf)
    4. Soo Sool (Waffenloser Kampf)
    5. Joong Dai Bub (Abwehr von mehreren Angreifern)
    6. Bool Su (Buddhistische Sutren)
    7. Ko Jun (Klassische Literatur)

    Das Soo Sool (Waffenloser Kampf) umfaßt einige der frühesten und bestorganisiertesten Techniken des Kampfes der leeren Hand in der koreanischen Geschichte. Dem Geschichtsbuch Hai Dong Un Ki nach, benutzte ein Meister seine Hand wie ein kraftvoll geführtes Schwert. Es ist überliefert, daß General Chuk seine Kampftechniken an seine Krieger weitergab. Während des Trainings tauschten die Übenden immer wieder die Rolle des Angreifers und des Verteidigers. Wenn ein Partner sich nicht genügend auf seine Verteidigung konzentrierte, sagt das Buch, daß "der Partner durch den Schlag schwer verletzt oder gar getötet werden konnte". Es erübrigt sich zu erwähnen, daß die Schüler selten vergaßen, auf ihre Deckung zu achten.

    Laut dem Geschichtsbuch Dong Kyung Jab Ki, kam Whang Chang-Nang, ein Einwohner von Silla, im Alter von sieben Jahren nach Paikche. Sein Ssang Um Hyung (Kampf mit zwei Schwertern) wurde langsam anerkannt, da er es in mehr und mehr Dörfern vorführte und sich jedesmal sofort eine Menschenmenge bildete. Der König hörte von diesen Neuigkeiten und lud ihn in seinen Palast ein, wo er seine Doppelschwertform zeigte. Während seiner Vorstellung verletzte Whang Chang-Nang den König. Obwohl es keine schwere Verletzung war, wurde Whang Chang-Nang hingerichtet. Als die Leute von Silla dies erfuhren, fertigten sie ein Abbild von Whang Chang-Nang an, übten sich in dieser Form des Schwertkampfes und gaben ihr Wissen von Generation zu Generation weiter. Auch heute wird dieser Stil, obwohl in abgeänderter Form, noch praktiziert.

    Geschichte ab 1900

    Wenn auch viele der Techniken die im Hapkido verwendet werden wesentlich älter sind, beginnt doch die eigentliche Geschichte dieser Kampfkunst mit dem koreanischen Großmeister Yong-Sool Choi (1904-1986). Choiïs Eltern starben, als er noch sehr jung war, und so wurde er im Alter von etwa 9 Jahren von einem japanischen Süßwarenhersteller mit nach Japan genommen. In Japan trieb er sich als Bettler auf den Straßen herum und war öfters in Kämpfe mit anderen Kindern verwickelt. Choi wurde schließlich von einer japanischen Familie adoptiert und sein Name wurde in Tatujutu Yoshida geändert. Sie schickten ihn zur Schule, doch da er nicht genug japanisch verstand verlor er daran sehr schnell das Interesse. Weiterhin war er in Kämpfe verwickelt und so boten ihm seine Stiefeltern an, statt des Unterrichts in der Schule, Kampfkunst zu lernen.

    So wurde er schließlich in die Daito-Ryu Aiki-Jutsu (auf koreanisch Dae-Dong-Ryu Hap-Ki-Sool) Schule von Sensei Sokaku Takeda (1860-1943) aufgenommen, wo er fast 30 Jahre trainierte. Als Japan im Begriff war den zweiten Weltkrieg zu verlieren, entschloß sich er sich nach Korea zurückzukehren - was er im Winter 1945 tat. Dabei änderte er seinen Namen wieder in Yong Sool Choi.

    Auf seiner Heimreise verlor Choi jedoch sein Gepäck, in dem sich all sein Geld, sowie die von Sensei Takeda erhaltenen Zertifikate befanden. Er verdiente sich dann ein Jahr lang sein Geld als Brotverkäufer, und fing dann an Schweine zu züchten. Das Futter für seine Tiere besorgte er sich in einer Brauerei, die ihm übriggebliebenes Getreidespreu frei überließ. Eines Tages wurde er am Hof der Brauerei von mehreren Männern attackiert. Bok-Sub Suh, der Präsident der Brauerei, der auch Dan-Träger im Judo war, beobachtete diesen Kampf von seinem Fenster aus, und war erstaunt und begeistert wie sich Choi mit Leichtigkeit gegen seine Angreifer zur Wehr setzte. Nach dem Kampf bat er Choi zu sich ins Bro und wollte etwas über seinen Kampfstil wissen. Choi forderte ihn auf ihn anzugreifen. Nachdem Bok-Sub Suh bei diesem Versuch zweimal hintereinander zu Boden geworfen wurde, bat er Choi, ihn zu unterrichten. Er bot ihm dafür Geld, und richtete einen Trainingsraum in der Brauerei ein. Somit hatte Choi zum ersten Mal die Gelegenheit zu unterrichten was er in Japan gelernt hatte.

    Choi nannte seine Kunst Yoo Sool (der koreanische Ausdruck für Ju-Jutsu). Er führte zwar einige leichte Veränderungen ein, doch im Großen und Ganzen war es das, was er von Sensei Takeda gelernt hatte. Mit der Zeit begann er aber Techniken aus alten koreanischen Stilen zu adaptieren, besonders Fuß- und Waffentechniken. Der Name Yoo Sool wurde dann in Yoo Kwon Sool geändert, um der Tatsache Rechnung zu tragen, daß neben Hebel und Wurftechniken auch Schläge und Fußtritte in diesem Stil inkludiert sind. 1953 eröffnete Choi seine erste eigene Kampfkunstschule und begann einige Schüler zu unterrichten. Manche der Schüler aus dieser Zeit haben später ihren eigenen Kampfkunststil entwickelt: Hwang-Kee (Tang Soo Do), In-Hyuk Suh (Kuk Sool Won), Joo-Bang Lee (Hwa Rang Do), und Han Jae Ji (Hapkido)

    Han-Jae Ji wurde 1936 in Andong, Korea geboren. Er begann sein Training bei Yong Sool Choi 1949 im Alter von 13 Jahren. Er trainierte bei ihm bis 1956, und ging dann zurück in seine Heimatstadt Andong. Mit 18 Jahren begann Ji Han Jae sein Training bei einem Mann der als Taoist Lee bezeichnet wird. Bei ihm lernte er neben verschiedensten Meditationstechniken den Umgang mit dem Jang Bong (Langstock), dem Dan-Bong (Kurzstock), sowie Fußtritte aus dem Tae-Kyun Stil. Während dieser Zeit wurde Ji Han Jae auch von einer Nonne unterrichtet, die ihm den Umgang mit der "inneren Energie" (Ki) näher brachte.

    In Andong eröffnete Ji Han Jae seine erste Schule, er taufte sie An Moo Kwan, und unterrichtete Yoo Kwon Sool. Ji Han Jae aber verließ Andong sehr bald wieder und ging zurück nach Seoul. 1959 begann Ji Han Jae den Yoo Kwon Sool Stil von Großmeister Choi, mit den Fuß und Waffentechniken von Taoist Lee, und den Ki Techniken der Nonne zu vereinen und bezeichnete seinen Stil Hapkido. (ursprünglich war der Name Hapki Yoo Kwon Sool geplant, der erschien Ji Han Jae aber zu lang)

    Aus Respekt vor seinem Lehrer übergab Ji Han Jae Großmeister Yong Sool Choi den Namen Hapkido, der auch unter diesem Namen seine Kampfkunst bis zu seinem Tod (1986) unterrichtete. In den frühen 60er Jahren sah Ji Han Jae auf einem japanischen Buch über Aikido, daß die japanischen Schriftzeichen für Aikido und Hapkido identisch waren und entfernte daher die Silbe Hap, und bezeichnete seine Kunst nur mehr Kido. 1963 kam es zur Gründung der Korea Kido Association, deren erster Präsident Yong Sool Choi war. Die Korea Kido Association ist heute einen der mächtigsten Kampfkunst Associations in Korea, und hat offiziell das Recht, technische Standarts festzulegen und Graduierungen in über 30 verschiedenen koreanischen Kampfkünsten auszusprechen. Die führenden Kampfkünste dieses Verbandes sind aber Hapkido und Kuk Sool Won. Auf Grund von Unstimmigkeiten im Verband verließ Ji Han Jae 1965 die Kido Association, nannte seine Kampfkunst wieder Hapkido und gründete die Korea Hapkido Association. Kim Moo-woong, neben Ji Han Jae einer der Hauptschüler von Yong Sool Choi, kehrte 1970 aus den USA nach Korea zurück und gründete die Korean Hapkido Association. Die vierte wichtige Association die es zu dieser Zeit gab, wurde von Myung Jae Nam 1969 gegründet. Myung Jae Nam war ein Schüler Ji Han Jaeïs, bezeichnet aber Großmeister Choi als seinen Hauptlehrer. Er ist heute einer der bedeutensten Meister in Korea. Myung Jae Nam reiste auch nach Japan und besuchte die Japanische Aikido Association. Beide Associations kamen überein, einen Austausch zwischen Hapkido und Aikido Techniken durchzuführen (sein Hapkido Stil, den er heute Hankido nennt, ist sehr Aikido ähnlich; Anm.). Myung Jae Nam ist auch Präsident der World Aikido Federation in Korea.

    Myung Jae Nam, Kim Moo-wong, und Ji Han Jae vereinten 1973 ihre 3 Associations und nannten sie "Hapkido Association der Republik Korea" (Dae Han Min Kuk Hapkido Hyub Hwe). Dies war die erste Vereinigung von führenden Hapkido Meistern seit der Gründung der Kido Association. Die Association machte es sich zur Aufgabe, durch ein spezielles Komitee aus hochrangigen Meistern, die Unterrichtsmethoden und technischen Richtlinien für Hapkido zu standartisieren. Dieses Komitee erarbeitete dann eine Prüfungsrichtlinie bis zum 5. Dan. 1984 verließ Myung Jae Nam diese Association und gründete die International Hapkido Federation. Zu der Zeit etwa wurde Oh Se Lim Präsident der "Hapkido Association der Republik Korea" und benannte sie um in Korea Hapkido Association. (nach dem Namen den Ji Han Jae für seine Association verwendete bevor es zum Zusammenschluß kam; Oh Se Lim ist ein Schüler Ji Han Jaeïs und begann mit Hapkido, als dieser in Andong unterrichtete). Die Korea Hapkido Association ist heute die stärkste und mächtigste Hapkido Association in Korea. Ji Han Jae war schon damals in Korea ein einflußreicher und bekannter Kampfkunstmeister. Auf Grund seiner Fähigkeiten war er Ausbildner für Polizei und Militär, sowie Chef der Leibwache des Präsidenten Park Jung-hee. Mit der Ermordung des Präsidenten 1979 verlor Ji Han Jae seine Position und seinen politischen Einfluß und wanderte 1984 in die USA aus. Dort etablierte er seinen neuen Stil - Shin Moo Hapkido. Ji Han Jae (10.Dan) lebt heute in Monterry, Kalifonien.

    Viele hochrangige Hapkido Meister wanderten aus Korea aus, um Hapkido in der Welt zu verbreiten. Viele von ihnen ließen sich in Amerika nieder. Zu nennen sind hier: Kwang Sik Myung (10.Dan) Päsident der World Hapkido Federation mit Sitz in Los Angeles, Bong Soo Han (9.Dan) - Präsident der International Hapkido Association mit Sitz in Santa Monica, Kalifornien, oder Dr He-Young Kimm (9.Dan Hapkido + 8.Dan Kuk Sool) - Gründer von HanMuDo (World Han Mu Do Association). Die meisten der heutigen Hapkido Großmeister sind ehemalige Schüler von Großmeister Ji Han Jae, auch wenn sie zum Teil Yong Sool Choi als ihren Lehrer bezeichnen. Viele Hapkido Meister waren, als sie mit Hapkido begannen, bereits Dan Träger in anderen koreanischen Stilen, und nahmen dieses Wissen in ihr Hapkido Training auf. So entwickelten sich innerhalb des Hapkido unterschiedliche Stilrichtungen, die sich vor allem in der Interpretation von einzelnen Techniken unterscheiden. Die Palette der Interpretationen reicht von sehr harten, kurz ausgeführten Techniken, bis hin zu den weichen, mit großen Kreisbewegungen verbundenen Aikido ähnlichen Formen. Auch haben einige Stile Hyungs (festgelegte Formen, ähnlich einer Kata) integriert, während andere Stilrichtungen auf Hyungs verzichten.

    In Korea gibt es heute 3 wichtige, von der Regierung anerkannte Hapkido Associations: Die World Kido Association [Präsident Seo In-sun (9.Dan Kuk Sool)], die Korea Hapkido Association (Präsident Oh Se-lim 10.Dan), und die International Hapkido Federation (Präsident Myung Jae-nam 10.Dan). Neben diesen 3 wichtigsten Verbänden gibt es noch eine Reihe kleinerer Hapkido Associations in Korea, und eine Vielzahl davon in Amerika und Europa.

     

    Österreichische Geschichte

    1972 fand in Schladming ein Sommerlehrgang des Jiu-Jitsu-Verbandes Österreich statt. Dabei waren viele Teilnehmer aus allen Kampfkunstsparten geladen. Kim Sou Bong stellte dabei HAP Kl DO vor. Darauf fanden in Graz Wochenendlehrgänge statt und im Dezember 1973 wurde HAP Kl DO im damaligen Ai Do Kan-Verein anstelle Jiu-Jitsu eingeführt. Im Mai 1974 wurde die erste Gürtelprüfung in Graz abgenommen. Unter den ersten Prüfungskanditaten war auch Ewald Pilz. Im Juni 1974 kam der Koreaner Kim Syung Pyung als Trainer nach Österreich. Zu den normalen Trainingseinheiten kamen viele Wochenendlehrgänge dazu, die den Lernprozeß beschleunigten.

    Im September 1974 wurde der 1 .Osterr. HAP Kl DO-Verein Graz gegründet. Der 1. Obmann war Dr. Gerald Paar. Das Training fand in den Anfängen in einem Kellerraum nahe der Andräkirche in der Kernstockgasse statt. Hier konnte man täglich trainieren, selbst am Wochenende fanden sich begeisterte Anhänger zum freiwilligen Training. Die Prüfungen wurden vom Koreaner Kim Sou Bong abgenommen, der seinen Aufenthalt in Graz mit Lehrgängen verband. Zur Ergänzung reiste Ewald Pilz für mehrere Wochen im Jahr nach Düsseldorf, um dort an Ort und Stelle zu lernen.

    Mit der Zeit gründete Ewald Pilz weitere Vereine in der Steiermark. So z.B. 1976 Gleisdorf und 1979 Bruck a.d. Mur. Am 30. August 1980 legte er als erster Österreicher in Düsseldorf die HAP Kl DO - Meisterprüfung ab. Kim Syung Pyung gründete aus dem Verein in Graz eine Schule, die zuerst in der Carnerigasse und später in der Harterstraße untergebracht war. 1984 verkaufte er die Schule und wanderte nach New York aus. Zu dieser Zeit wurde der 1.Österreichische Hap Ki Do Verein Graz von Ewald Pilz wieder reaktiviert, den er heute noch leitet und führt.

    Die Verbreitung des Selbstschutzsystems ging sehr rasch. Es wurden Vereine in Kärnten, Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg und Tirol gegründet.

    Am 9. 1. 1989 wurde der Österreichische HAP Kl DO-Fachverband gegründet (vormals Österreichischer HAP Kl DO-Dachverband, dessen Gründung bereits am 20. 12. 1978 erfolgte). Als Präsident leitete Ewald Pilz diesen Fachverband, der damals besonderen Wert auf die Qualität seiner Meister legte. Staatliche Lehrwarteausbildungen, Trainerkurse, Seminare, etc. sind erfolgreich durchgeführt worden. Wegen Differenzen im Fachverband kam es zu einer Spaltung des Verbandes. Am 14.1.1997 gründete daher Ewald Pilz den Österreichischer Hap Ki Do Bund.

    Aktive Vereine des ÖHKDB sind: Graz, Frohnleiten, Klagenfurt, Villach, Salzburg, Wiener Neustadt und Steiermark-West. Seit 2006 ist Dr. Christian Wagner Bundestrainer des ÖHKDB und Ewald Pilz Obmann. Der ÖHKDB entwickelt seit je her Hapkido und auch die Strukturen im Verband und das Training, das national gemeinsam stattfindet, weiter.

 
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